Spanien - Portugal - Marokko - Algerien
22.7. - 13.10.1973

Teil 3

Am vierten und letzten Tag unternehmen wir einen grossen Foto- und Filmrundgang. Wir parken an der "Plaza de los Cortes", laufen dann zum "Prado", anschliessend zu der emblematischen "Plaza de la Cibeles", wo sich auch der neogotische Palast der Post- und Telegrafenverwaltung erhebt.

  
Der Palast der Telekommunikation, davor der Brunnen der "Cibeles"

Weiter geht der Rundgang den "Paseo de Calvo Sotelo" entlang zum "Plaza de Colon". Die Säule ist wegen Bauarbeiten vorübergehend entfernt worden. Dann geht’s zurück zum "Plaza Cibeles", die "Gran Vía" hinauf zum Hochhaus der "Telefónica", und die "Gran Vía" hinunter zum "Plaza de España". Dann wird es Zeit für ein erfrischendes "Granizado de Limón".


 Das eindrucksvolle Hochhaus der "Telefonica" 
 


Die "Gran Via", eine der Hauptverkehrsadern Madrids
 


 Der "Palacio Real" aus dem 18. Jahrhundert


Im "Parque de Retiro", einer der grünen Lungen Madrids

Von der "Plaza de España" setzen wir den Rundgang fort zum "Palacio Real", und nehmen hier, da schon etwas müde, ein Taxi zur "Plaza de las Cortes", wo unser Auto auf uns wartet.

Wir lassen Madrid ausklingen im "Parque de Retiro", wo wir weitere Limos konsumieren, und die müden Beine ausruhen. Wir kommen mit netten Deutschen ins Gespräch, kommen auf Griechenland, so dass wir ihnen Kourouta empfehlen (im Nordwesten des Peleponnes). Wieder essen wir in der Kneipe am "Plaza Tirso de Molina", dann fahren wir zurück zum Zeltplatz.

Später fahren wir noch einmal nach Leganés, wo sehr viele Leute auf den Beinen sind, denn es ist Samstagabend. Wir trinken ein paar Bier, und vertilgen dazu gute und sehr preiswerte "Calamares a la Romana".

Aufbruch. Wir laden das Zelt und den ganzen Krimskrams ein, und fahren nochmals in die Innenstadt. Zum Mittagessen gehen wir ein letztes Mal in das Lokal an der "Plaza Tirso de Molina", da weiss man was man hat. Madrid hat uns gut gefallen!  (Karte)

Unser nächstes Ziel ist die 45 Km von Madrid entfernte Klosteranlage "El Escorial".  Die Anlage umfasst, neben dem Kloster, auch einen königlichen Palast und eine Basilika.

In einer unterirdischen Gruft sind, bis auf wenige Ausnahmen, alle spanischen Könige beigesetzt.

Die Anlage ist natürlich hochinteressant, wirkt aber streng, düster und kalt.


Streng und düster, der Klosterpalast El Escorial

Die Besichtigung war langwierig, trotzdem schaffen wir es noch, Segovia bei Tageslicht zu erreichen. Wir bestaunen den tollen und berühmten Aquädukt aus römischer Zeit, und widmen dann dem Alcázar eine halbe Stunde, allerdings nur von aussen.  (Karte)


Der Aquädukt von Segovia, Meisterwerk römischer Baukunst


Vorbild für Disneyland, der Alcázar von Segovia

Dann fahren wir noch die 65 Km nach Ávila, wo wir heute übernachten wollen. Unsere Vorstellungen von einem gemütlichen Abend in dem schönen, alten Ávila zerschlagen sich leider bei der Suche nach einem Zeltplatz. Ein Hinweisschild führt ins Nichts, Hinweise aus der Bevölkerung ebenfalls. Wir fahren zum Bahnhof, um hier eine Pension zu suchen. Fehlanzeige, sind alle belegt!

Unsere Stimmung ist nun auf dem Nullpunkt, immerhin sind schon zwei Stunden seit unser Ankunft vergangen. Wir beschliessen, wild zu campen, doch wollen wir uns vorher wenigstens den Magen vollschlagen. Aber inzwischen ist es schon nach 23.00 Uhr, und es gibt nix mehr. Alles was rauskommt, ist ein müdes Käsebrot! Ein Bierchen an dem alten Marktplatz versöhnt uns wieder etwas mit der Welt, dann fahren wir vor die Tore der Stadt, und schlafen im Sitzen im Auto.  (Karte)

Am Morgen lassen wir uns auf einer Bank im Stadtpark nieder. Wir haben Brot, Käse und Milch besorgt, und frühstücken hier erst einmal gemütlich.

Solchermassen gestärkt geht's ans Besichtigen.

Avila umschliesst mit seinen 2500 Meter langen, vollständig erhaltenen romanischen Stadtmauern eine noch sehr mittelalterliche Altstadt.

 


Noch etwas verpennt, Frühstück im Park

Die durchwandern wir nun, und nach einer Kaffeepause besichtigen wir auch die Kathedrale.


 Avilas Stadtmauerhat die Jahrhunderte überdauert


Auch die Altstadt hat vielerorts noch mittelalterlichen Charakter

Weiter geht die Fahrt nach Salamanca, wo wir einen einstündigen Aufenthalt einlegen. Wir bummeln auch hier durch die sehenswerte Altstadt, lassen uns an der "Plaza Mayor" nieder. Vergeblich ist unser Versuch, Sidra zu bekommen. Man bringt uns eine edelsaure Limo.  (Karte)

 
Impressionen aus Salamanca:  Kathedrale, und historisches Strassenbild

Auf der weiteren Fahrt lassen wir in Ciudad Rodrigo einen Ölwechsel vornehmen, und eine halbe Stunde später überqueren wir die spanisch-portugiesische Grenze. Auf kurvenreicher Strecke geht es dann in ziemlich anstrengender Fahrt über Coimbra nach Figueira da Foz.  Dort fahren wir zu dem mir bekannten Camping Municipal, und bauen das kleine Zelt auf. Als Abendessen wärme ich eine Dose Ravioli, und dann trinken wir noch ein Abendbierchen drunten im Ort beim Casino. Es ist hier viel kühler als in Madrid.   (Karte)

Wir richten das grosse Zelt auf, und machen es häuslich. Erst mal legen wir einen Ruhetag ein, mit Stadtbummel und Gang über den Markt.

Später trinken wir wieder unser Abendbierchen beim Casino an der Promenade.

Es ist kühl. Tagsüber hängt die Sonne in Dunst und Nebel, der vom Atlantik kommt, und abends wird es feuchtkalt.

 


Unser Zelt auf dem Campingplatz von Figueira

Ein starker Kontrast zu dem trocken-heissen Klima im Innern Spaniens. Sogar die Pullover kommen aus dem Koffer!

 
Figueira da Foz hat einen schönen Sandstrand, dazu Flanierstrassen, Restaurants, Bars und ein Casino

Tags drauf unternehmen wir einen Ausflug in einen Fischerort südlich von Figueira. Es gibt hier überall herrliche Strände, doch fehlt die Sonne!


 Traditionelle Fischerboote


Herrlicher Strand, doch es ist neblig, und das Wasser
 ist kalt

Dafür findet Connie ein schönes Souvenir: Ein aus Ton hergestelltes Trinkgeschirr, bestehend aus Trinkbechern, einem Krug, und einem grossen, runden Unterteller. Abends brutzeln wir in der Campingküche leckere Rumpsteaks mit Bratkartoffeln, und anschliessend trinken wir noch ein paar Biere am gewohnten Ort.


 Die Gegend um Aveiro ist reich an Salinen


 Aveiro gilt als "Portugals Venedig"

Am dritten Tag machen wir einen Ausflug nach Aveiro. Ausgedehnte Salinen lassen ahnen, dass eine der wirtschaflichen Grundlagen Aveiros die Salzgewinnung ist. Drei Kanäle durchziehen Aveiro, weshalb es gerne das Venedig Portugals genannt wird. In einem kleinen Café kaufen wir eine Tüte "ovos moles", eine süsse Spezialität aus Zucker und viel Eigelb. Nicht schlecht, aber vielleicht etwas zu süss für meinen Geschmack.  (Karte)


Aveiro wird von drei Kanälen durchzogen


In diesem kleinen Café kaufen wir "ovos moles"

 Zurück in Figueira sehen wir am Abend in der kleinen Kneipe "Flor do Mercado" im Fernsehen einen Stierkampf auf portugiesische Art. Auch nicht viel besser als die spanische Variante, aber wenigstens wird der Stier nicht umgebracht.

Am vierten und letzten Tag in Figueira entschliessen wir uns am Nachmittag zu einer Fahrt ins nahe Coimbra.

Die Strasse führt durch das Tal des Rio Mondego, wo grossflächig Reis angebaut wird, vorbei an der Burganlage von Montemor-o-Velha.


Im Tal des Rio Mondego wird Reis angebaut
 


 Die eindrucksvolle Festung Montemor-o-Velha


 Geschäftsstrasse in Coimbras Unterstadt

Coimbra ist ein reges Universitätsstädtchen, und besonders ein Gang hinauf in die alte Oberstadt lohnt sich. Wir gelangen, an der romanischen Kathedrale Sé Velha vorbei, zu den Gebäuden der Universität, die zu den ältesten Europas zählt (gegründet 1290).  (Karte)


 Die romanische Kathedrale "Sé Velha"


 Die Universität in der Oberstadt, eine der ältesten Europas

Abreise. Wir laden das Zelt und den übrigen Krempel ein, und machen dann einen Ausflug zum Cabo Mondego. Viel gibt es hier allerdings nicht  zu sehen.

Über Leiria fahren wir nach Batalha, und besichtigen die Klosteranlage, mit deren Bau im 14. Jahrhundert zum Dank für einen Sieg der Portugiesen über die Spanier begonnen wurde.  Es folgt ein Abstecher ins nahe Fatima, den berühmten Wallfahrtsort. Die Pilgerstätte besteht aus einer Basilika und einem riesigen Vorplatz, aber heute sind nicht viele Pilger da. Eine Frau rutscht auf Knien eine Runde, sonst ist nichts los. Offenkundig stehen für heute keine Wunder auf der Tagesordnung.  (Karte)


 Das Kloster Batalha erinnert an eine gewonnene Schlacht gegen die Spanier


 Die Wallfahrtskirche in Fatima

Weiter geht die Fahrt in Richtung Lissabon. Wir biegen ab zur Küste zu dem inzwischen recht bekannten Fischerort Nazaré. Wir stellen das Auto ab, und spazieren über den breiten Strand. Hier gehen die Fischer trotz der zahlreichen Touristen gelassen ihrer Tätigkeit nach, tragen dabei noch ihre alte Tracht.

Boote werden mit Hilfe von Rundhölzern ins Wasser geschoben, andere werden mit Ochsengespannen und auch mit Traktoren an Land gezogen.

Anschliessend besuchen wir die Fischversteigerung, die sehr geordnet und viel ruhiger als in Spanien über die Bühne geht, und es sind hier die Frauen, die bieten und kaufen.


In Nazaré ziehen Ochsen die Boote an Land

Im Ort kaufen wir dann in einem kleinen Laden Käse, Brot und Tomaten, und geschwind geht’s sodann weiter nach San Martinho-o-Porto. Dieser Ort liegt hübsch an einer runden Bucht, das Wasser ist hier ruhig und seicht, und daher gut zum Baden geeignet. Hier packen wir unseren Proviant aus, und futtern genüsslich im Schein der späten Abendsonne.


 Es muss ja nicht immer Kaviar sein...


 Abendessen in San Martinho-o-Porto

Danach nehmen wir direkten Kurs auf Lissabon, wo wir ja für heute verabredet sind. Nach einem Umweg durch Benfica und einige Slumviertel kommen wir endlich auf dem Campingplatz an.  (Karte)

Nach der Anmeldung studieren wir das "Schwarze Brett", ob jemand eine Nachricht für uns hinterlassen hat, da ruft jemand "Connie, Connie!" Es sind Waltraud und Christian, die auch gerade eben erst angekommen sind"!

  "Lissabon - Lisboa"


Nachdem wir die Zelte aufgebaut haben, fahren wir in die Stadtmitte von Lissabon, zum Rossio.

Mein Instinkt lenkt mich zu der kleinen Ginja-Kneipe, die ich von früheren Reisen kenne (1969 und 1971), und wer steht da? Meine Freunde "Meister" und "Sluch", die mit uns weiterreisen wollen.


Und hier gibt es den guten "Ginja"!

Obwohl durch den Genuss des leckeren Ginja (Kirschlikör) schon angeheitert, ist es nicht so lustig was sie uns mitteilen. Bis zu ihrer Abreise hatte die algerische Botschaft ihre Pässe mit den Visa noch nicht zurückgeschickt, so dass sie veranlasst hatten, sie sollten ihnen nach Marid nachgeschickt werden. Dort trafen sie nicht ein, und jetzt warten sie, dass sie die Pässe hierher nach Lissabon postlagernd bekommen.

Ich gebe mich zuversichtlich, das wird schon noch klappen! Denn nur mit Personalausweisen und ohne Visa wird ihnen Marokko und Algerien versperrt bleiben.                                            (Karte)